
Edit Suits Co. hat sich mit Ashley Walters zusammengesetzt, um über die neue Staffel von Top Boy sowie weitere kommende Projekte zu sprechen – und natürlich über seinen ersten Schritt in die Welt der Massschneiderei.
Es sind sechs Jahre vergangen seit der letzten Staffel von Top Boy. Hat die Zusammenarbeit mit Netflix die neue Serie auf ein neues Niveau gehoben?
Dass Netflix involviert ist, hebt die Produktionsqualität auf ein ganz anderes Level. Die Art und Weise, wie sie Projekte unterstützen, an die sie glauben, ist enorm – Budget, Reichweite und Ambitionen haben uns sofort vorangebracht. Es war für Netflix ein mutiger Schritt, da die Serie stark auf London fokussiert ist und sehr spezifisch erzählt, wo wir herkommen. Anfangs gab es sicher Vorbehalte. Gleichzeitig haben sich in den letzten Jahren Technik und Produktionsmethoden weiterentwickelt, wodurch sich ein bestimmter Look heute effizienter umsetzen lässt. Das Timing spielte ebenfalls eine grosse Rolle – die lange Wartezeit hat die Wirkung der neuen Staffel noch verstärkt.
Dushane gilt als Ihre ikonischste Rolle. Was fasziniert Sie besonders an dieser Figur?
Das Reizvolle ist die Macht, die Kontrolle und die Angstfreiheit, die ich selbst so nicht hätte. Genau darum geht es beim Schauspiel: die Freiheit, in ein anderes Leben einzutauchen, es voll auszuleben und Dinge zu erfahren, die man im echten Leben nie erleben würde.
Wie stark haben Sie und das Ensemble zur authentischen Darstellung der Kultur beigetragen?
Alle waren stark involviert. Ziel der Serie ist es, das Umfeld so realistisch wie möglich abzubilden. Wir haben Schauspieler, die direkt aus diesem Milieu kommen, kombiniert mit erfahrenen Darstellern. Diese Mischung ist inspirierend. Die neuen Schauspieler bringen eine rohe, furchtlose Energie mit, wir geben Erfahrung und Technik weiter. So entsteht diese besondere Dynamik. Wir kämpfen täglich für Wahrheit – unsere eigene und die unserer Figuren.

Es gibt Stimmen, die Top Boy vorwerfen, negative Stereotype zu bedienen. Sehen Sie das auch so?
Das ist ein ständiger Diskurs. Oft wird von sogenannten „schwarzen Serien“ erwartet, eine klare moralische Botschaft zu transportieren. Unser Hauptziel ist jedoch, eine unterhaltsame und ehrliche Serie zu schaffen. Wir zeigen Lebensrealitäten, ohne Figuren zu dämonisieren. Top Boy thematisiert Gentrifizierung, Migration, Brexit – Themen, die uns als Gesellschaft betreffen. Genau das macht die Serie relevant und wahrhaftig.
Woran arbeiten Sie aktuell? Wird es eine weitere Staffel von Top Boy geben?
Wir planen, nächstes Jahr zu drehen, warten jedoch noch auf das offizielle grüne Licht von Netflix. Aufgrund des Erfolgs gehen wir davon aus, dass es weitergeht. Davor reise ich nach Sûdafrika, um die dritte Staffel von Bulletproof zu drehen.

Gratulation auch zum neuen Song „Top Boy“. Möchten Sie sich künftig stärker auf Musik konzentrieren?
Ja, definitiv. In den kommenden Monaten erscheinen mehrere Singles, aus denen sich ein grösseres Projekt entwickeln könnte – ob Album oder EP ist noch offen. Ich arbeite mit einem starken Label und Management zusammen, die viele grossartige Künstler betreuen. Es gibt einen klaren Plan.
Sie haben acht Kinder – halten sie Sie für den coolen Dad?
Ganz ehrlich: Egal, was Sie erreichen – Ihre Kinder werden Sie nie wirklich cool finden. Ich bin bei Top Boy, kenne Drake, und trotzdem reicht es nicht. Ich bin einfach nur Dad. Sie schätzen die Serie, weil sie Teil ihrer Kultur ist, aber übermässig beeindruckt sind sie nicht.
Interessiert sich Ihr ältester Sohn ebenfalls für die Unterhaltungsbranche?
Er wird bald 20 und konzentriert sich auf Musikproduktion und Technik. Er ist der Einzige, der einen ähnlichen Weg einschlägt. Die anderen haben ganz unterschiedliche Interessen.
Sie tragen nun erstmals einen Anzug, der exakt auf Sie zugeschnitten ist. Wie stehen Sie zu Anzügen?
Ich war nie der klassische Anzugtyp. Bei Black Tie komme ich auch mal im Trainingsanzug. Aber ich werde älter, mein Business wächst, und es ist an der Zeit, Anzüge in meine Garderobe aufzunehmen. Ich habe oft Angebote abgelehnt, doch diesmal fühlte es sich richtig an. Mein Körper verändert sich durch Training ständig – da ist eine massgefertigte Lösung mit viel Liebe zum Detail genau das Richtige.
Zum Schluss: Top Boy wurde erfolgreich neu belebt. Könnte auch Grange Hill ein Comeback erleben?
Ich hätte nichts dagegen – aber ich wäre nicht dabei.
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